Für Menschen in Not die Augen und das Herz öffnen
Unbürokratische Hilfe für Menschen, die im Schatten stehen

- Chefredakteur Uwe Heer
Liebe Leserinnen und Leser,
in diesen turbulenten Zeiten verlieren viele Menschen den Überblick. Wir diskutieren über Rettungsschirme, jonglieren mit Millionen, Milliarden und Billionen. Gerade so, als würden die Gelddruckmaschinen Tag und Nacht im Dauerbetrieb laufen. Doch vor dem Hintergrund einer der schwierigsten Finanzkrisen in Europa und der sich daraus abzeichnenden wirtschaftlichen Eintrübung dürfen wir nicht übersehen, wie viele notleidende Menschen es in unserer Region gibt. Das gerät leider oft in Vergessenheit, wenn ansonsten eine Flut an Erfolgsmeldungen über uns hereinschwappt. Sinkende Arbeitslosenzahlen, volle Auftragsbücher, erfolgreiche Tarifverhandlungen. Den meisten Menschen im Kraichgau, im Unterland und in Hohenlohe geht es sehr gut. Den meisten Menschen, aber nicht allen. Deshalb wollen wir bei unserer Leser-Aktion Menschen in Not den Fokus wieder auf all jene richten, die einen tagtäglichen Kampf führen, um finanziell über die Runde zu kommen.
Die Aktion des Medienunternehmens Heilbronner Stimme unterstützt nach wie vor, und das tausendfach, besonders den einzelnen in Not geratenen Menschen oder komplette Familien. Und das oftmals mit kleinen Summen, die weiterhelfen. Dabei wird jeder gespendete Euro an die Bedürftigen weitergereicht, genau das schätzen unsere Spender. Und es ist sicher ein Hauptgrund dafür, dass die Bürger in unserer Region in mehr als 40 Jahren rund 10,5 Millionen Euro für Menschen in Not gespendet haben, allein in den vergangenen Monaten waren es 558 000 Euro. Dafür bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich.
Gerade vor diesem Hintergrund ist es uns wichtig, dass nicht der Eindruck eines Wettlaufs der verschiedenen Spendenaktionen entsteht. Im Sog der Aktion Menschen in Not sind viele andere Hilfsaktivitäten gestartet worden. Jede hat dabei ihre Berechtigung und keine darf gegen die andere ausgespielt werden. In einer wohlhabenden Region wie Heilbronn-Franken muss es möglich sein, dass alle Hilfsbündnisse die nötigen Zuwendungen erhalten um schnell und unbürokratisch zu helfen, so wie dies Menschen in Not seit Jahrzehnten tut.
Wichtig ist unserem Team, dass wir in regelmäßigen Zeitungsberichten anhand von Fallbeschreibungen und Interviews deutlich machen, wie notwendig diese Hilfsaktion ist. Geringe Arbeitslosenquoten bedeuten nämlich nicht, dass es keine Armut gibt. Im Gegenteil: Wir haben eine erschreckend hohe Zahl an Langzeitarbeitslosen und viele tausend Beschäftigte, die aufstockende Leistungen vom Staat brauchen, weil sie zu wenig verdienen. Das sind potenzielle Menschen in Not, denen wir das ganze Jahr hindurch und in den kommenden Monaten helfen.
Deshalb bitte ich Sie, unsere Hilfsaktion auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen. Es kommt auf jeden Euro an, jede Spende ist wichtig! Zeigen wir in diesen Zeiten wieder einen regionalen Schulterschluss für jene, die nicht auf der Sonnenseite stehen und beweisen wir damit gelebte Solidarität für notleidende Menschen. Schon im voraus bedanken wir uns herzlich für Ihre Unterstützung
Uwe Ralf Heer, Chefredakteur



